Moderne Villa mit Speichersystem an der Fassade und PV-Anlage auf dem Dach.

Optimale Photovoltaik-Speicher-Größe.

Wie groß muss mein PV-Speicher sein?

Eine Photovoltaik-Anlage mit Speicher macht Sie unabhängiger, weil Sie einen großen Anteil Ihres eigenen Solarstroms selbst verbrauchen können. Doch wie groß sollte ein PV-Speicher sein?

Eigenverbrauch mit Speicher erhöhen

Ohne Speicher gibt es für Ihren selbst produzierten Solarstrom nur zwei Möglichkeiten: Entweder Sie verbrauchen ihn direkt selbst oder Sie speisen ihn in das allgemeine Stromnetz ein und erhalten dafür eine Einspeisevergütung. Seit 2000 wird die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt: Derzeit beträgt die Förderung 8,03 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) für Photovoltaik-Anlagen mit weniger als 10 Kilowatt Peak Leistung (kWp) und 6,95 ct/kWh für Anlagen bis 40 kWp.

Im Alltag ergibt sich für Privathaushalte oft folgendes Problem: Tagsüber, wenn der meiste Photovoltaik-Strom produziert wird, ist der Verbrauch gering. Die höchsten Stromverbräuche finden jedoch üblicherweise morgens und abends statt, wenn die Sonne nicht oder nur schwach scheint. Ein Photovoltaik-Stromspeicher kann diese Verschiebung ausgleichen, sodass Sie mehr von Ihrem selbst produzierten Strom auch selbst verbrauchen und nicht zu Marktpreisen aus dem allgemeinen Stromnetz beziehen müssen. Der tagsüber produzierte Strom steht dann abends zur Verfügung. Ein PV-Speicher steigert letzten Endes also den Autarkiegrad Ihres Haushalts.

Photovoltaik-Speicher: Größe ermitteln

Doch wie groß muss mein PV-Speicher sein, um genug Strom zu speichern, aber gleichzeitig nicht überdimensioniert zu sein? Und wie lässt sich ausgleichen, dass die PV-Anlage über das Jahr verteilt unterschiedliche Mengen an Strom produziert und verbraucht, demnach also auch der Speicher auf das Jahr gesehen unterschiedlich stark genutzt wird?

Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Die optimale Photovoltaik-Speicher-Größe hängt von mehreren individuellen Faktoren ab: Ihrem Stromverbrauch, Ihren Lastzeiten und der Leistung Ihrer PV-Anlage. Bevor Sie die Größe Ihres Speichers ermitteln, sollten Sie allerdings zunächst sicherstellen, dass Ihre PV-Anlage auch einen regelmäßigen Solarstromüberschuss produziert – andernfalls lohnt sich ein PV-Speicher nicht.

Stromverbrauch Ihres Haushalts

Werfen Sie zunächst einen Blick auf Ihre Stromrechnungen, sodass Sie den Stromverbrauch Ihres Haushalts genau kennen. Abrechnungen mehrerer Jahre helfen dabei, einen soliden Durchschnittswert zu ermitteln. Planen Sie, sich in den nächsten Jahren ein Elektroauto, eine Wärmepumpe oder einen sonstigen Stromverbraucher zuzulegen? Dann lohnt es sich, diese Anschaffungen schon im Voraus mit einzuberechnen – damit die Größe Ihres PV-Speichers auch langfristig passend gewählt ist.

Lastzeiten analysieren

Wann verbrauchen Sie den meisten Strom? Steht Ihr Haus tagsüber leer, weil alle zur Arbeit oder zur Schule gehen oder arbeiten Sie von zu Hause? Verschlingen Sie abends eher Bücher oder lieber Filme in Ihrem stromintensiven Heimkino?

Beobachten und analysieren Sie das Verbrauchsverhalten Ihres gesamten Haushalts möglichst genau, um die Tageszeiten mit dem höchsten Stromverbrauch zu bestimmen. Beziehen Sie hierbei auch die Ausrichtung Ihrer Photovoltaik-Anlage ein. Mit Ost-West-Ausrichtung liegt Ihr Eigenverbrauchsanteil morgens und abends höher als bei Südausrichtung. Je größer Ihr Stromverbrauch ist, wenn die Sonne nicht auf Ihre PV-Module trifft, desto größer sollte Ihr PV-Speicher dimensioniert sein.

Leistung der PV-Anlage

Wenn Sie bereits eine Photovoltaik-Anlage betreiben, ist deren Leistung ebenfalls wichtig, um die optimale PV-Speicher-Größe zu ermitteln. Grundsätzlich gilt: Je mehr installierte Leistung, desto größer sollte auch der PV-Speicher dimensioniert sein. Grundsätzlich ist eine Speichergröße von 1 bis 1,5 kWh pro kWp Leistung empfehlenswert.

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Faustregeln zur Berechnung der Photovoltaik-Speicher-Größe

Aus Ihrem Stromverbrauch, Ihren täglichen Lastzeiten und der Leistung Ihrer PV-Anlage lässt sich nun auf verschiedenen Wegen die passende Größe Ihres PV-Speichers berechnen – zwei davon erklären wir im Folgenden. Zum Hintergrund: In unseren Beispielen gehen wir von einer vierköpfigen Familie aus, deren Stromverbrauch bei 4.800 Kilowattstunden pro Jahr liegt. Die Verbrauchsspitzen sind klassisch verteilt: morgens und abends wird der meiste Strom verbraucht. Die installierte PV-Anlage hat eine Leistung von 6 Kilowatt Peak.

Berechnung anhand des täglichen Stromverbrauchs

Der Gesamtverbrauch von 4.800 Kilowattstunden im Jahr, also 13,2 kWh pro Tag, fällt in unserem Rechenbeispiel dann an, wenn die Sonne nicht scheint – da die Familie früh morgens und abends den meisten Strom verbraucht. Daraus ergibt sich ein Faktor von 0,5: Die Hälfte des täglichen Verbrauchs muss morgens und abends gedeckt werden. Der Faktor 0,5 wird mit dem täglichen Stromverbrauch multipliziert. Zum Vergleich: Würde die Familie ihren Strom hauptsächlich tagsüber verbrauchen, würde der Faktor 0,3 betragen.

Berechnung: 13,2 kWh * 0,5 = 6,58kWh.

Berechnung anhand der PV-Anlage

Die Photovoltaik-Anlage stellt 6 kWp Leistung zur Verfügung. Folgt man der Faustregel, dass die Photovoltaik-Speicher-Größe 1 bis 1,5 kWh pro kWp betragen sollte, liegt die ideale Speichergröße zwischen 6 und 9 kWh. Die Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) bietet für diese Art der Größenbestimmung des Speichers eine nützliche Tabelle an, die die Obergrenzen der Speicherleistung in Abhängigkeit vom jährlichen Stromverbrauch und der PV-Leistung nennt.

Zum Vergleich: Hätte unser Beispielhaushalt eine PV-Anlage mit 9 kWp bei gleichem Stromverbrauch (4.800 kWh), würden sich die Ergebnisse der beiden Rechnungen unterscheiden: Bei einer 9 kWp-Anlage läge die optimale Speichergröße zwischen 9 und 13,5 kWh, obwohl bloß 6,58kWh mittels Stromverbrauchs erforderlich wären. Das zeigt, dass die verschiedenen Faustregeln auf unterschiedliche Empfehlungen für die Größe Ihres PV-Speichers kommen. Um die optimale Photovoltaik-Speicher-Größe zu berechnen, lohnt es sich also, die Faustregeln miteinander abzugleichen – daraus ergibt sich ein Größenrahmen, in dem sich ihr PV-Speicher idealerweise bewegen sollte.

Wie groß eine PV-Anlage dimensioniert sein sollte, erfahren Sie in unserem Ratgeber: Photovoltaikanlage: welche Größe ist sinnvoll?

Individuellen Speicherbedarf per Photovoltaik-Beratung ermitteln

Die optimale Größe des PV-Speichers hängt letzten Endes von vielen und teils komplexen Faktoren ab, die die Dimensionierung unterschiedlich stark beeinflussen. Die genannten Faustregeln helfen Ihnen dabei, erste Anhaltspunkte für die Größenbestimmung zu erlangen, kommen aber mitunter zu unterschiedlichen Ergebnissen. Zur optimalen Bestimmung der Größe Ihres PV-Speichers empfehlen wir Ihnen deshalb, unsere Photovoltaik-Beratung zu nutzen: Vereinbaren Sie hierfür einen unverbindlichen Beratungstermin mit unseren geschulten Solar-Beratern. Im Rahmen von GASAG | SOLAR stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite und planen Ihre PV-Anlage mit Speicher gemeinsam mit Ihnen nach Ihrem individuellen Bedarf.